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Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Man darf nicht nur, man muss sogar!

„Darf er das?“ Viele von Euch werden Chris Tall kennen. Er ist ein Standup Comedian, der insbesondere durch seinen Auftritt bei TV Total bekannt geworden ist. In seinem Programm verlangt er die Gleichberechtigung bei Witzen. Die Message ist klar: Wenn sich über den Rollstuhlfahrer nicht auf die gleiche Weise belustigt wird, wie über eine Person ohne körperliche Einschränkung, ist es nichts anderes als Diskriminierung.

Rechtlich betrachtet ist Diskriminierung nichts anderes als die Ungleichbehandlung von Personen, aufgrund von individuellen Merkmalen.Diese beziehen sich nicht nur auf eine körperliche Beeinträchtigung, sondern beispielsweise auch auf die Hautfarbe oder auf das Geschlecht.

Damit so etwas niemandem widerfährt, gibt es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), umgangssprachlich auch „Antidiskriminierungsgesetz“ genannt.

Was besagt das Gesetz?

Es besagt, dass niemand aufgrund seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Religion oder Weltanschauung, seiner Behinderung, seines Alters oder seiner sexuellen Identität benachteiligt werden darf.

Im Berufsleben und der Ausbildung begegnet Euch das AGG vor allem hier:

In der Stellenanzeige

Diese müssen immer geschlechtsneutral formuliert und auf die Beschreibung sachlicher und fachlicher Anforderungen beschränkt sein. Es ist also zum Beispiel unzulässig zu schreiben: Männlicher Bewerber zwischen 20 – 30 Jahren gesucht.

In der Bewerbung:

Bei einem Bewerbungsgespräch sind Fragen, die sich auf Diskriminierungsmerkmale beziehen, nicht erlaubt. Hierzu zählen Fragen zur Religionszugehörigkeit oder auch zu einem eigenen Kinderwunsch. Solltet Ihr solchen Fragen dennoch einmal begegnen, müsst Ihr diese nicht beantworten.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gibt es fünf Formen von Benachteiligung, die widerum mit den oben genannten Kriterien in Zusammenhang stehen müssen.

Die unmittelbare Benachteiligung

In einer vergleichbaren Situation werden zwei Personen anders behandelt. Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien kann man somit von einer unmittelbaren Benachteiligung sprechen, wenn die vakanten Stellen an der Rezeption ausschließlich mit weiblichen Personal besetzt werden, obwohl es gleichqualifizierte, männliche Bewerber gab.

Die mittelbare Benachteiligung

Personen werden durch bestimmte, neutral erscheinende Vorschriften, Vorgaben oder Kriterien indirekt benachteiligt. Als Beispiel lässt sich hier ein niedrigerer Stundenlohn für Teilzeitkräfte nennen. Beachtet hierbei, dass es sich um dieselbe Arbeit und dieselben Umstände handeln muss. Ein Schichtarbeiter verdient in der Nachtschicht durchaus mehr Geld, welches als Entschädigung für die Arbeitsumstände gesehen werden kann.

Belästigung

Unter einer Belästigung versteht man ein unerwünschtes Verhalten, was in der Regel die Würde der betroffenen Person verletzt. Dies können Erniedrigungen, Sticheleien, Beleidigungen oder als Überbegriff „Mobbing“ sein.

Sexuelle Belästigungen

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet ausdrücklich sexuelle Belästigung. Laut AGG handelt es sich dabei um sexuell bestimmtes Verhalten, das die Würde der betroffenen Person verletzt.

Anweisungen zur Benachteiligung einer Person

Sollte jemand von einem Vorgesetzten angewiesen werden eine andere Person nachteilig zu behandeln, ist auch dies strafbar.

Auf den ersten Blick sind das möglicherweise viele Informationen und dem ein oder anderen raucht der Kopf und er ist unsicher, was diskriminierend ist und was nicht. Letztlich lässt sich das Ganze mit einem altbekannten Sprichwort wunderbar formulieren: „Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg’ auch keinem andern zu.“

Viele Grüße
Eure Sanja

Fotonachweis: http://de.depositphotos.com/home.html

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