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Dein Urlaubsanspruch in der Ausbildung

Du hast ein spannendes Berufsziel für Dich gefunden und beginnst in ein paar Wochen eine Ausbildung? Oder bist Du schon mittendrin, hast aber hier und da noch Fragen, was gewisse Punkte angeht? Kein Problem! Wir erklären Dir Deine Rechte und Pflichten rund um die Themen Urlaub, Arbeitszeiten, Pausenzeiten und Arbeitsschutz.

Diese Woche beschäftigen wir uns mit dem Thema Urlaub. Deine Urlaubstage Jeder braucht mal eine Pause und auch Du als Azubi oder Azubine hast natürlich Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, um zu regenerieren und abzuschalten. Im Arbeitsrecht ist der Mindesturlaub gesetzlich festgelegt. Wie viele Tage stehen Dir aber nun genau zu?

Urlaub in der Ausbildung

Die Anzahl deiner Urlaubstage

Die Mindestanzahl der Urlaubstage wird Deinem Alter entsprechend geregelt, so dass für minderjährige Auszubildende andere Regelungen gelten, als für volljährige. Die genaue Anzahl wird in Deinem Ausbildungsvertrag bestimmt und durch das Arbeitsrecht gesetzlich verankert. Zusammenfassend kann man für minderjährige Auszubildende sagen, dass der Urlaubsanspruch jährlich:

• mindestens 30 Werktage beträgt, wenn Du zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt bist,
• mindestens 27 Werktage beträgt, wenn Du zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt bist,
• mindestens 25 Werktage beträgt, wenn Du zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt bist.

Solltest Du zu Beginn des Kalenderjahres bereits volljährig sein, wird Dein Urlaubsanspruch im Bundesurlaubsgesetz geregelt, welches Dir einen Mindesturlaub von 24 Werktagen zuspricht. Natürlich kann Dir von Deinem Arbeitgeber auch mehr Urlaub zugesprochen werden, dies wird dann in Deinem Arbeitsvertrag festgehalten.

Was sind denn bitte Werktage?

Werktage sind alle Tage der Woche, ausgenommen Sonn- und Feiertage – also auch Samstage. Solltest Du eine sechs Tage Woche haben, benötigst Du für eine Woche Urlaub 6 Urlaubstage, bei einer fünf Tage Woche benötigst Du für eine Woche Urlaub fünf Urlaubstage. Die genaue Regelung findest Du in Deinem Arbeitsvertrag. Entsprechend hast Du bei angegebenen Werkstagen etwas mehr Urlaub, so dass Du im Schnitt auf die gleiche Mindestanzahl an Urlaubswochen kommst, wie jemand mit angegebenen Arbeitstagen.

Gibt es sonst noch etwas zu beachten?

• Beim normalen Urlaub nach Arbeitsrecht ist laut Bundesurlaubsgesetz eine Wartezeit vorgeschrieben. Diese Wartezeit gilt für alle Arbeitnehmer und alle Azubis gleichermaßen. Du darfst laut § 4 Bundesurlaubsgesetz erst nach den ersten sechs Monaten deiner Ausbildung zum ersten Mal in Urlaub gehen und hast dann Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.
• Während der Wartezeit von sechs Monaten zu Beginn der Ausbildung darfst du zwar keinen Urlaub nehmen, Du erwirbst Dir aber trotzdem Urlaubsansprüche. Für jeden vollen Monat, den Du gearbeitet hast, steht Dir laut § 5 Bundesurlaubsgesetz 1/12 Deines Jahresurlaubs zu.
• Als volle Monate gelten dabei nicht nur Kalendermonate. Wenn Du zum Beispiel vom 15. März bis zum 15. April arbeitest, hast Du einen vollen Monat gearbeitet und entsprechend Urlaubsanspruch für einen Monat.
• Urlaub immer frühzeitig und schriftlich beantragen!
• Den Urlaubsantrag kopieren und sich die Abgabe des Urlaubsantrags schriftlich bestätigen lassen!
• Um eine schriftliche Urlaubsgenehmigung bitten! Solltest Du im Urlaub krank werden, solltest Du umgehend in Deinem Ausbildungsbetrieb anrufen und Dich krank melden. Im Anschluss solltest Du zum Arzt gehen und Dir ein Attest holen, welches Du an deinen Betrieb schickst. In diesem Fall werden Dir Deine Krankheitstage nicht auf Deinen Urlaub angerechnet, so dass Du die entsprechenden Urlaubstage gutgeschrieben bekommst.

So, das war es zum Thema Urlaub. Im nächsten Beitrag sprechen wir über Pausen- und Arbeitszeiten.

Bis dahin eine gute Zeit!
Deine Claudia.

Fotos: https://de.depositphotos.com/

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