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Was ist eine Teilzeitausbildung?

Bestimmte Lebensumstände führen manchmal dazu, dass man für die Berufsausbildung nicht in Vollzeit zur Verfügung stehen kann. Ob es sich um Kinder handelt, um pflegebedürftige Angehörige oder eine Behinderung – dank des Berufsbildungsgesetztes (BBiG) besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Verkürzung der ganztägigen Ausbildungszeit zu stellen.

Das heißt, Du kannst an einer dualen Ausbildung teilnehmen, aber eben in Teilzeit.

Wie sieht das genau aus?

In einer Teilzeitausbildung absolvierst Du zwischen 20 und 30 Wochenstunden. Die Berufsschule besuchst Du ganz regulär, hier und da gibt es je nach Klassenstärke auch die Möglichkeit, Teilzeitklassen einzurichten. Dies ist aber leider eher selten der Fall.

Wann Du Deine Arbeitsstunden im Betrieb ableistest, klärst Du mit Deinem Ausbilder.

Teilzeitausbildung

Du kannst zwischen folgenden Varianten wählen:

  • Teilzeit ohne Verlängerung der Ausbildungszeit: Damit sich die Ausbildungsdauer nicht verändert, musst Du mindestens 25 Stunden pro Woche (inklusive Berufsschule) im Unternehmen verbringen.
  • Teilzeit mit Verlängerung der Ausbildungszeit: Hier arbeitest Du mindestens 20 Stunden in der Woche (inklusive Berufsschule). Die Ausbildungsgesamtdauer verlängert sich dann ungefähr um ein halbes Jahr.

Dabei spielen die schulische Vorbildung sowie eventuell vorhandene Berufserfahrung eine Rolle. Ebenso muss eingeschätzt werden, ob die verkürzte Zeit im Betrieb ausreicht, um innerhalb der Regeldauer alle notwendigen Kenntnisse an die Auszubildenden zu vermitteln. Die Ausbildungsdauer kann auch zu einem späteren Zeitpunkt noch geändert werden.

Eine Teilzeitberufsausbildung ist grundsätzlich in allen anerkannten Berufen des dualen Ausbildungssystems möglich.

Wie kann ich die Teilzeitausbildung beantragen?

Zuerst einmal musst Du Dich mit Deinem Ausbildungsbetrieb auf eine Ausbildung in Teilzeit einigen. Wenn dem nichts im Wege steht, müsst Ihr gemeinsam bei der zuständigen Handwerks-, Industrie- oder Landwirtschaftskammer einen Antrag stellen. Dieser muss schriftlich eingereicht werden. Alle weiteren Vereinbarungen, wie zum Beispiel Deine wöchentliche Arbeitszeit, haltet Ihr im Ausbildungsvertrag fest.

Wie sieht es mit den Finanzen aus?

Als Teilzeitazubi hast Du genau wie alle anderen die Möglichkeit, einen Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe zu stellen. Wenn Du bereits Mama oder Papa bist, erhältst Du monatlich Kindergeld von der Familienkasse.

Teilzeitausbildung

Wer kann eine Ausbildung in Teilzeit machen?

Eine Ausbildung in Teilzeit ist möglich, wenn ein „berechtigtes Interesse“ vorliegt und zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird.

Ein berechtigtes Interesse liegt vor, wenn Du zum Beispiel ein Kind betreuen musst, einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen oder vergleichbare schwerwiegende Gründe (z. B. eine Behinderung) vorliegen.

Die Vorteile der Ausbildung in Teilzeit für die Betriebe

  • Der Arbeitgeber beschäftigt engagierte Auszubildende, die durch ihre familiäre Verantwortung über ein hohes Maß an Lebenserfahrung, Verantwortungsbewusstsein und Organisationsgeschick verfügen
  • Die Ausbildung in Teilzeit lässt sich flexibel in den Betriebsablauf integrieren.
  • Ausbildung in Teilzeit ermöglicht kleinen und mittleren Betrieben den Einstieg in die Ausbildung, wenn die zeitlichen und finanziellen Kapazitäten für eine Vollzeitberufsausbildung fehlen.
  • In Teilzeit ausbildende Betriebe gelten als familienfreundliche und attraktive Arbeitgeber

Du siehst – Nachwuchs, Angehörige, die der Pflege bedürfen oder aber eine Behinderung sind alles keine K.-o.-Kriterien für eine erfolgreiche Ausbildung. Man muss nur wissen, welche Möglichkeiten man hat.

Wir wünschen Dir ein schönes Wochenende und hoffen, unser Artikel hat Dir ein wenig weitergeholfen.

Liebe Grüße
Dunja

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